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Die Perle von Lubiąż und ihre Geheimnisse PDF Drukuj Email
Wpisał: Administrator   
27.12.2006.

In Lubiąż - gelegen im südwestlichen Teil des Kreises am rechten Oderufer –  erhebt sich auf einem kleinen Hügel das Zisterzienserkloster aus dem XII. Jh. – eine der wertvollsten und größten Barockanlagen dieser Art in Europa. Das Denkmal der Klasse „0“ (was die höchste Kategorie für polnische Baudenkmäler darstellt) ist 2,5 Mal größer als Schloss Wawel und gleichzeitig  das zweitgrößte Sakralobjekt in der Welt– gleich nach dem Palastkomplex Eskurial in Spanien. Der Gebäudekomplex besteht aus der Klosterkirche aus den Jahren 1307-40, dem Zisterzienserkloster und Abtpalast (XVII/XVIII. Jh.) mit kleineren Kapellen, der Jakobskirche und Wirtschaftsgebäuden. Die repräsentative Westfassade des Abtpalastes und des Klosters ist fast 250 Meter lang. Der Rauminhalt des ganzen Objektes beträgt über 330 tausend Kubikmeter. Von den über 300 wunderschönen Innenräumen gehören zu den prächtigsten: die Bibliothek, das Sommerrefektorium, der Speisesaal des Abtes, und der Fürstensaal, mit dem sich nur einige wenige ähnliche Werke in Europa messen können und der heute einen würdevollen Rahmen für verschiedene Musikkonzerte u. a.: der Orchester der Breslauer und Waldenburger Philharmonien und Chor der Breslauer Universität, bietet. Im Kloster werden auch die Ausstellungen des Museums für schlesische Landeskunde Haus Schlesien organisiert. Die Blütezeit des Klosters fällt in der zweiten Hälfte des XVII. Jh.. In dieser Zeit entwickelte sich Lubiąż zu einem der größten  intellektuellen und künstlerischen Zentren Schlesiens.  

Das Gewölbe des Sommerrefektoriums wird mit Fresken von Michael Willmann geschmückt, der sich um die Wende des XVII/XVIII. Jh. den Ruhm des größten Barockmaler Schlesiens erwarb. Im Herbst 1706 wurde er wegen seiner Verdienste, entgegen den Ordensregeln, in der Klostergruft, neben den Äbten bestattet, was ein besonderes Privileg war, weil er in dem Orden kein Würdenträger, und nicht einmal ein Mönch, war. Den Fürstensaal dekoriert vor allem der Zyklus von 10 Bildern und 360 m² große Deckengemälde von Christian Philipp Benthum. Seine Fresken schmücken auch die Klosterbibliothek – die prächtigste und größte barocke Bibliothek Schlesiens. Die Skulpturen in Überlebensgröße und Büsten, die sich im Fürstensaal befinden, wurden von Franz Joseph Mangold, Autor der Bildhauerarbeiten in der Aula Leopoldina der Breslauer Universität, gefertigt. Die Bildhauerwerkstätte gründete hier auch Maciej Knote, der die Marienfigur, die vor dem Klostergebäude aufgestellt wurde, ausgeführt hat und Maciej Steinl, der mit Michael Willmann bei neuer bildhauerischen Ausstattung der Klosterkirche zusammenarbeitet hat.

Auf einem kleinen Moränenhügel, 2 km vom Klosterhügel entfernt, steht die Pfarrkirche des Heiligen Valentin, die im Jahre 1749 geweiht wurde. Ihre einfache Silhouette mit einem hohen, massiven Turm ist bereits aus weiter Ferne sichtbar und ist neben dem Kloster ein dominanter architektonischer Akzent der örtlichen Landschaft.

Beim Besuch in Lubiąż sollte man auch die am Wege stehende Heilige Johann Nepomukkapelle anschauen und bewundern.

 

Das  Kloster in Lubiąż hinterlässt aufgrund seiner Größe zweifellos einen großen Eindruck auf die Besucher. Seine Innenräume und das unterirdische Gewölbe verbergen eine Fülle von Geheimnissen. Die spannendsten Erzählungen kommen hauptsächlich aus dem Zweiten Weltkrieg. Wahrscheinlich befand sich damals in Lubiąż die Rüstungsindustrie. Obwohl das Wissen zu diesem Thema nur bruchstückhaft ist, kann man die unwahrscheinlichsten Hypothesen nicht ausschließen. Unter ihnen sind die Informationen über unterirdische Fabriken und Tunnel an der Oder, die mit Minenfeldern gesichert und streng geheim waren. Das deutsche Schutzsystem des militärischen Geheimnisses war so erfolgreich, dass die Bewohner keine Ahnung hatten, was in den Klosterräumen vor sich ging. Sogar die Mitarbeiter, die in der Firma „Schlesische Werkstätten Dr. Fürstenau & Co GmbH“ angestellt waren, kannten sich untereinander nicht. In diesem Betrieb „Telefunken“ waren damals ungefähr tausend Arbeiter angestellt. Hauptsächlich waren es Wissenschaftler und Ingenieur, die wissenschaftliche Forschungsarbeiten durchführten. Wir kennen nur einzelne Episode und Fakten aus dieser Zeit. Die Evakuierung der Firma „Telefunk“ erfolgte im Januar 1945. Von der Wichtigkeit der durchgeführten Arbeiten zeugt der Umstand, dass viele wissenschaftliche Mitarbeiter dieser Werkstätten später in den Vereinigten Staaten von Werner Braun angestellt wurden.

Zmieniony ( 27.12.2006. )