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Die Natur des Landkreises Wołów wird vor allem durch die Oder, die mit ihrem umfangreichen Einzugsgebiet zu den größten Flüssen Europas zählt, geprägt. Ihre Auenwälder, Altarme und Feuchtwiesen bilden einen der wichtigsten und am besten erhaltenen Biokorridore in Mitteleuropa und sind ein richtiges Paradies für seltene Tiere, vor allem Vögel und Pflanzen. Auf dem Gebiet des Landkreises Wołów schlängelt sich die Oder auf einer Länge von über 60km und bildet hier sehr hochwertige Naturräume. Der Fluss ist zu jeder Jahreszeit interessant. Im Winter kann man hier die Vogelschwärme beobachten, hauptsächlich Stockenten, Gänsesäger und Schellenten, aber auch seltene Zwergsäger und Seeadler, die hier überwintern. Im Frühling bezaubern die Oderauenwälder mit ihrer Naturvielfalt, die zum neuen Leben erwacht: mit blühenden Margeriten, Lungenkräuter, Buschwindröschen und singenden Vögeln. Im Sommer lockt die bunte Pflanzenwelt der Oderwiesen und darin u.a. Sumpf-Wolfsmilch, Kantiger Lauch und Wiesen-Alant. Im Herbst herrschen die Stimmungen von die Farbe wechselnden Blättern, märchenhaften und geheimnisvollen Nebeln und von den Tautropfen schweren Spinnweben. Aufgrund seiner reichen Brutvogelwelt wurde das Gebiet als internationales Vogelschutzgebiet von europäischem Rang anerkannt (sog. IBA: Important Bird Areas) Zwischen den Städten Brzeg Dolny und Ścinawa (auf der Grenze zum Nachbarnlandkreis) sind noch etwa 10 000 Hektar Auenwälder erhalten geblieben – eines der größten zusammenhängenden Auengebiete in Europa. Viele Naturschutzorganisationen und polnische Naturwissenschaftler fordern, dass dieses Gebiet, das sich weiter bis Głogów erstreckt, als Landschaftsschutzpark „Łęgi Odrzańskie" („Oderauen") ausgewiesen wird. Aber nicht nur diese Bereiche sind bzw. werden demnächst in unserem Landkreis, auch als Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA-2000, gesichert. In diesem Teil wollen wir Ihnen unsere größten Naturschätze vorstellen. "Łęgi Odrzańskie" (Oder Auen) - Das über 16 000 ha große Gebiet, liegt im Odertal zwischen Brzeg Dolny (Landkreis Wołów) und Głogów (Landkreis Głogów). Die vielen Naturbesonderheiten, erfordern einen umfassenden Schutz. Dieser Flussabschnitt ist durch großflächige Auewälder, zahlreiche Altarme und seltene Feuchtwiesen gekennzeichnet. Eine Vielzahl seltener und gefährdeten Vogelarten findet hier günstige Lebensbedingungen vor: Singschwan, Rot- und Schwarzmilan, Mittelspecht, Wespenbussard, Seeadler oder Eisvogel. Bei den Pflanzen sind Wassernuss und Schwimmfarn hervorzuheben. Aufgrund seiner Besonderheiten wurde das Gebiet als internationales Vogelschutzgebiet anerkannt und wird in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen.
Landschaftspark "Dolina Jezierzycy" (Tal von Jezierzyca) - Er wurde 1994 gegründet, seine Fläche beträgt 7953ha. Das Gebiet wird durch die ausgedehnten, zum Teil alten Wälder – mit einem großen Anteil von Moorwäldern – und einigen Mooren und Wiesen geprägt. Hier kommen 37 Arten geschützter Pflanzen vor: z.B. Märzenbecher, Gewöhnlicher Seidelbast, Immergrün, Farne (u.a. Königsfarn) und Breitblättrige Stendelwurz. Es leben hier 38 Säugetierarten, u.a. Dachs, Biber und Rothirsch, 23 Fischarten, 16Amphibien- und Reptilienarten und 190 Vogelarten. Unter den 135 Brutvogelarten sind Schwarzer Milan, Raubwürger, Eisvogel, Kranich, Wiedehopf, Schwarzstorch und Wespenbussard wegen ihrer Seltenheit bemerkenswert.
"Uroczysko Wrzosy" - ist ein striktes Reservat mit einer Größe von 576ha und liegt zwischen den Flüssen Juzka und Nieciecza. Die überreiche Flora des Gebiets umfasst ca. 470 Pflanzarten, darunter 21 geschützte. Die Vogelwelt zählt 180 Arten, wovon 120 im Gebiet brüten. Im Reservat befinden sich die schönsten, in Niederschlesien im Naturzustand erhaltenen Erlenwälder, die eine charakteristische Struktur mit Stelzwurzeln und horstartig verteilter Strauchschicht aufweisen.
Naturschutzgebiet "Odrzyska" - mit nur 5,15ha ist es ein malerisches Kleinod, zu dem ein Altarm der Oder in der Umgebung von Lubiąż (Leubus) gehört. Dieses floristische Reservat wurde 1987 gegründet, um den Standort der Wassernuss und des schwimmenden Wasserfarns zu schützen. Auf dem Gebiet des Reservats hat man das Vorkommen von ca. 40 Brutvogelarten festgestellt.
"Przyborowski Meander" ("Przyborowski Mäander") - ein altes Flussbett der Oder mit Schilfrohr, Überschwemmungswiesen, Mähwiesen, Röhrichten und bedeutenden Komplexen von Erlenbruchwäldern. Das ca. 15ha große Gebiet hat besondere Bedeutung als Brutlebensraum zahlreicher Wat- und Wasservögel. Wegen seiner reichen Naturausstattung plant man, diesen Flussmäander künftig unter Naturschutz zu stellen.
Im Landkreis befinden sich auch Gebiete, die schon durch die polnische Regierung zum europäischen Schutzgebietsnetz NATURA-2000 gemeldet wurden: „Dębniańskie Mokradła“ (Mooren von Dębno), vorwiegend in der Gemeinde Wołów und „Dolina Łachy“ (Tal Łachy) in der Gemeinde Wińsko. "Dębniańskie Mokradła" (Mooren von Dębno – 4 900ha) - ist ein Schutzgebiet, das einen Teil des Einzugsgebiets des Flusses Jezierzyca umfasst, das im Zusammenhang mit dem Landschaftspark "Dolina Jezierzycy" (7953ha) geschützt wird. Die besondere Bedeutung liegt in einem großen Komplex von Auenwäldern und Erlenbruchwäldern zwischen den Orten Wodnica und Wrzosy, teilweise geschützt im Rahmen des Reservats "Uroczysko Wrzosy". Hier finden sich zahlreiche Standorte von seltenen Vögeln (Kranich, Schwarzstorch, Mittelspecht) und Pflanzen (u.a. das größte Vorkommen von Königsfarn in Niederschlesien und eine von zwei bekannten Standorten der Ästigen Mondraute in Niederschlesien). Insgesamt kommen hier 7 Lebensraumtypen und 39 Vogelarten vor, die in Anhang I der FFH- und Vogelschutzrichtlinie genannt werden. Besonders reich ist die Insektenwelt der Moore. Hier kommt der vom Aussterben bedrohte Schmetterling Schwarzblauer Bläuling vor.
"Dolina Łachy" (Tal Łachy) - das Gebiet umfasst einen Teil des Talraumes des Flusses Łachy (Zufluss von Barycz) auf einer Länge von 10km. Mehr als die Hälfte des Gebietes bilden Tieflandwiesen und Viehweiden. Den übrigen Teil bilden Wälder, darunter viele Fragmente mit natürlichem Charakter. Auf feuchten Standorten kommen viele Amphibienarten des Anhangs II der FFH-Richtlinie, u.a. der Kammmolch und die Rotbauchunke vor.
Im Mittelteil herrschen Au- und Bruchwälder vor, unter denen man über 150 alten Eichen von Naturdenkmalgröße gefunden hat. In und von diesen Eichen lebt eine bedeutende Populationen des sehr seltenen und im polnischen Roten Naturbuch genannten Heldbocks (Cerambyx cerdo).
Die Flora und Fauna des Kreises ist nicht nur eine Schatzkammer voller Attraktionen und interessanten Einzelheiten für Naturforscher- und kenner. Das ist auch ein gastfreundlicher Raum, wo man, weit weg von den Alltagssorgen und des Stadtlärms, seine Freizeit angenehm verbringen kann. Blühende Wiesen laden zu Familienpicknicks ein, die harzduftenden Wälder locken nicht nur die Spaziergänger, sondern auch Pilz- und Beerensammler. Oder und zahlreiche Seen sind ein Paradies für Angler und Liebhaber der tiefen und glückseligen Stille. Hügelgebiete und wechselnde Landschaften sind schließlich ein Magnet für alle die Touren auf zwei Rädern lieben.
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